Bei einem Teamevent verlassen Kolleginnen und Kollegen ihre gewohnten Arbeitsbereiche und schaffen gemeinsam etwas Neues. Beim gemeinsamen Malen entsteht eine Aufgabe, bei der nicht Abteilungen, Hierarchien oder fachliche Zuständigkeiten den Beitrag des Einzelnen bestimmen. Stattdessen gilt es, Farben, Formen und Bildbereiche aufeinander abzustimmen und einzelne Arbeitsschritte zu einem gemeinsamen Gesamtwerk zu verbinden. Dabei sind Austausch, Abstimmung und gegenseitiges Verständnis entscheidend – etwa bei der Gestaltung der Bildaufteilung, der Farbwahl oder der Umsetzung einzelner Elemente. Genau diese Formen der Zusammenarbeit und Koordination prägen auch viele gemeinsame berufliche Aufgaben im Arbeitsalltag.
Kurzfassung
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Gemeinsame Aufgaben verändern gewohnte Rollen
Berufliche Teams arbeiten meist innerhalb festgelegter Zuständigkeiten. Fachwissen, Hierarchien und eingespielte Abläufe beeinflussen, wie Aufgaben verteilt und Entscheidungen getroffen werden. Beim gemeinsamen Malen stehen die üblichen fachlichen Zuständigkeiten zunächst nicht im Vordergrund. Künstlerische Erfahrung kann vorhanden sein, ist jedoch keine notwendige Bedingung für die Beteiligung.
Vor und während des Malens stimmen die Beteiligten Farben, Bildbereiche und Arbeitsschritte miteinander ab. Die Gruppe legt beispielsweise fest, wer bestimmte Flächen bearbeitet, welche Farbtöne verwendet werden und wie angrenzende Bildbereiche zusammengeführt werden. Solche Fragen lassen sich nicht ausschließlich allein bearbeiten, sobald mehrere Bildteile später eine Einheit bilden sollen.
In einer moderierten Gruppenarbeit besteht eine Aufgabe der Moderation darin, einen zielgerichteten Austausch unter Beteiligung der Gruppe zu ermöglichen. Bei einem angeleiteten Malworkshop können Arbeitsschritte erläutert und Aufgaben verteilt werden, während gestalterische Entscheidungen teilweise bei der Gruppe verbleiben.
Ein gemeinsames Bild verlangt Abstimmung
Ein Gruppenbild unterscheidet sich von mehreren unabhängig voneinander gemalten Bildern. Einzelne Flächen stehen in einer gestalterischen Beziehung zueinander. Änderungen an einer Stelle können beeinflussen, wie angrenzende Bereiche wirken. Deshalb müssen die Beteiligten beobachten, was bereits entstanden ist, und ihre nächsten Schritte daran ausrichten.
Ähnliche Abhängigkeiten bestehen bei arbeitsteiligen Aufgaben im Berufsalltag. Bei der Organisation von Arbeit werden Aufgaben aufgeteilt und aufeinander abgestimmt. Beim Malen wird diese Abhängigkeit unmittelbar sichtbar: Ein Einzelbeitrag kann technisch gelungen sein und trotzdem nicht zum übrigen Bild passen.
Beim Teampainting im Unternehmen, das ein Team langfristig stärken soll, steht deshalb nicht die künstlerische Einzelleistung im Vordergrund, sondern die gemeinsame Bearbeitung eines Motivs. Mehrere Personen bearbeiten verschiedene Bildbereiche, die anschließend zu einem gemeinsamen Werk zusammengefügt werden. Besondere künstlerische Vorkenntnisse sind für die Aufgabenverteilung nicht erforderlich. Wichtiger ist die Abstimmung mit Personen, die angrenzende Bildbereiche bearbeiten.
Unterschiedliche Fähigkeiten lassen sich einbinden
Sportliche Teamevents stellen körperliche Anforderungen, andere Formate setzen bestimmte Kenntnisse oder eine hohe Bereitschaft zum öffentlichen Auftreten voraus. Eine Malaufgabe kann dagegen in verschiedene Tätigkeiten zerlegt werden. Größere Flächen auszufüllen erfordert andere Fähigkeiten als feine Linien zu setzen, Farben vorzubereiten oder Übergänge zwischen Bildteilen auszuarbeiten.
Die Aufgaben können entsprechend der jeweiligen Tätigkeit auf mehrere Personen verteilt werden. Zurückhaltende Personen müssen nicht automatisch eine leitende Position übernehmen, während erfahrene Hobbykünstler nicht zwangsläufig das gesamte gestalterische Geschehen bestimmen sollten. Die Aufgabenverteilung muss sich deshalb nicht an den beruflichen Positionen innerhalb des Teams orientieren.
Je nach Gruppengröße unterscheidet sich die Aufteilung der Malflächen. Bei kleinen Teams kann unmittelbar an einer gemeinsamen Fläche gearbeitet werden. Größere Gruppen benötigen dagegen eine Unterteilung in Bildbereiche oder Teilgruppen. Bei mehreren Teilgruppen müssen die getrennt bearbeiteten Flächen anschließend gestalterisch zusammenpassen.
Motive können betriebliche Themen sichtbar machen
Ein Motiv ohne betrieblichen Bezug beschränkt die Veranstaltung zunächst auf die gemeinsame gestalterische Tätigkeit. Arbeitsbereiche, gemeinsame Ziele oder Unternehmenswerte können dagegen als Motivelemente aufgenommen werden. Dazu können Arbeitsbereiche, gemeinsame Ziele, Unternehmenswerte oder bildhafte Darstellungen eines aktuellen Veränderungsprozesses gehören.
Die Übersetzung abstrakter Begriffe in Farben und Formen verlangt zunächst eine inhaltliche Auseinandersetzung. Begriffe wie Verlässlichkeit, Zusammenarbeit oder Entwicklung besitzen keine festgelegte bildliche Darstellung. Eine Gruppe muss daher entscheiden, welche Symbole oder gestalterischen Elemente damit verbunden werden sollen.
Bei der Auswahl von Farben und Symbolen können unterschiedliche Vorstellungen zu demselben Begriff erkennbar werden. Diese Unterschiede müssen nicht aufgelöst werden. Sie können innerhalb eines Gesamtbildes nebeneinander bestehen, sofern die einzelnen Elemente gestalterisch miteinander verbunden werden.
Das Gemeinschaftsbild nach dem Veranstaltungstag
Ein Teamevent ist zeitlich begrenzt. Nach wenigen Stunden kehren die Beteiligten in ihre regulären Aufgaben zurück. Nach einem Malworkshop bleibt dagegen ein materielles Ergebnis erhalten, das im Unternehmen aufgehängt werden kann.
Wird das Gemeinschaftswerk später in Büro-, Besprechungs- oder Aufenthaltsräumen aufgehängt, bleibt ein sichtbarer Gegenstand aus dem gemeinsamen Arbeitsprozess erhalten. Einzelne Bildbereiche können später an konkrete Situationen während des Malens erinnern, etwa an die Auswahl der Farben, Änderungen am Entwurf oder das Zusammenfügen mehrerer Flächen.
Das Bild ersetzt jedoch keine fortlaufende Teamentwicklung. Konflikte, unklare Zuständigkeiten oder Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit verschwinden nicht durch einen einzelnen Veranstaltungstag. Der Workshop ergänzt den Arbeitsalltag um eine gemeinsam bearbeitete Aufgabe außerhalb der üblichen beruflichen Zuständigkeiten.
Fazit
Beim gemeinsamen Malen müssen mehrere Personen ihre Arbeitsschritte auf ein gemeinsames Bildergebnis abstimmen. Einzelne Beiträge müssen koordiniert, Entscheidungen abgestimmt und verschiedene Vorstellungen in einem gemeinsamen Werk verbunden werden. Bildflächen, Farben und einzelne Tätigkeiten können auf mehrere Beteiligte verteilt werden, ohne die Aufgabenverteilung aus dem Berufsalltag zu übernehmen.
Über den Veranstaltungstag hinaus bleibt vor allem das entstandene Bild erhalten. Seine Bedeutung ergibt sich aus dem Prozess seiner Entstehung und den daran beteiligten Personen. Für die langfristige Zusammenarbeit bleibt der berufliche Alltag maßgeblich. Das fertige Bild dokumentiert dagegen eine Aufgabe, die das Team außerhalb seiner üblichen Arbeitsabläufe gemeinsam bearbeitet hat.












